Mary, me and the masterplan

Für manche Moderationen hätte ich oft gerne so etwas wie einen Masterplan. Nicht nur für Moderationen, eigentlich am besten gleich fürs ganze Leben. Eine Erleuchtung in Form einer Niederschrift. Festgehalten für alle Lebenslagen, damit nichts Unerwartetes mehr passieren kann. Andererseits: Was wäre das Leben ohne Überraschungen?

Am 8.11.2016 durfte ich das 3. ExpertInnengesprächs der MA33 "Wien leuchtet" im Kuppelsaal der Technischen Universität Wien moderieren und dabei gleichzeitig unserer Bürgermeisterin, der amtsführenden Stadträtin Mag.a Maria Vassilakou die Hand schütteln. Hab ich richtig gut auswendig gelernt, den Titel, oder nicht? Das ist wichtig, oooooh ja, Titel sind wichtig. Vor allem, wenn man hochdekorierte österreichische Ehrengäste anmoderiert. Da darf dann auch wirklich nichts schief gehen. Und auch wenn der Pressesprecher - off the record - die ganze Zeit von "Mary" spricht, darf man wirklich auf gar keinen Fall und unter gar keinen Umständen auf die Idee kommen, dabei zu aufmerksam zuzuhören. Sonst spielt einem das Unterbewusstsein im falschen Moment einen Streich und dann könnte es ungemütlich werden.  

"Ich darf nicht Mary sagen, ich darf nicht Mary sagen", denke ich und werde langsam nervös, als die rund 100 Gäste ihre Plätze im Saal einnehmen. Ich nehme langsam aber sicher meine Position ein und atme nochmal tief durch. Plötzlich steht der Pressesprecher wieder vor mir. "Ahja, noch was: Die Mary muss dann nach der Rede vom Herrn Diplom Ingenieur leider schon wieder los. Termine! Sie wissen...". Ja, ich weiß bescheid. Und vor allem weiß ich: ICH DARF NICHT MARY SAGEN.

Nach ungefähr 15 Minuten ist alles erledigt. Ich habe die Gäste begrüßt, die Frau Bürgermeisterin richtig an- und wieder abmoderiert und zu den Vorträgen der Experten übergeleitet. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Es sei denn...

Ha! Das Licht fällt aus! Und das bei der Präsentation des "Licht 2016 - Der Masterplan". Jetzt wissen wir zwar wie die Stadtbeleuchtung der Zukunft aussieht, haben aber keine Ahnung wie wir die Spots der TU wieder zum Strahlen bringen. Welch' Ironie!

Letztendlich ist die Veranstaltung erfolgreich und ohne weitere Komplikationen über die Bühne gegangen. Und ich habe gelernt: Auch mit einem Masterplan in Händen, passieren immer noch Überraschungen! Aber mit ein wenig Improvisationstalent und den richtigen Worten lassen sich auch die dunkelsten Momente einer Veranstaltung charmant überbrücken ;)